Dilemma Sicherheit!

 

„Sicherheit“ in Deutschland, heute medial ein Fass ohne Boden? Ex definitione: „Sicherheit ist ein Zustand des Sicherseins, des Geschützseins vor Gefahren oder Schaden, des höchstmöglichen Freiseins von Gefahren!“ Wenn es so einfach ist, warum also dieser mediale „Rummel“? Jedermann, aus Politik, Gesellschaft und Unternehmen, mit und ohne erforderliche Kompetenz, fühlt sich berufen, seinen „Senf“ zur Bewertung/Optimierung der Sicherheit in Deutschland beizutragen.

Politik und Sicherheit: Ein Affentheater!

Politiker schwadronieren je nach politischer Couleur gern ungeniert und meist mit relativ unverbindlichen Aussagen zu (angeblichen) Gefahren zur inneren und/oder äußeren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland. Je provokativ unverbindlich die Botschaft, desto interessanter wird der Adressant für Talkshows und mediale Clips. Da kann man diese „Sicherheitsexperten“, häufig von den Moderatoren wenig bis gar nicht gebremst/gefordert, bewundern.

Es wird gern vergessen, eine der Kernaufgaben der Politik ist, den Zustand der inneren und äußeren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu erhalten und kontinuierlich veränderten Ansprüchen anzupassen. Aber was passiert? Zahlreiche Politiker versuchen mit mehr oder weniger qualifizierten Statements rund um das Thema Sicherheit ihr persönliches Profil zu  schärfen. Dabei bedienen sie sich der gesamten Klaviatur medialer Kommunikation. Zurück bleibt eine immer größer werdende Zahl von Bürgern mit zunehmender Verunsicherung und diese Tendenz ist steigend. Es ist kein Wunder das politische Heilversprecher regen Zulauf haben. Mit großem Erstaunen, aber völlig hilflos, stehen viele Politiker etablierter Parteien vor den Veränderungen der politischen Landschaft.

Deutschland – ein Leben im Schlaraffenland.


Der Deutsche lebt im Vergleich mit den meisten Ländern dieses Planeten nach Innen und Außen in einem Schlaraffenland mit innerer und äußerer Sicherheit, gestützt auf ein umfangreiches Netz an Sozialsystemen. Für die Westdeutschen gilt dieser Zustand seit mehr als 70 Jahren und für die Ostdeutschen, das wird dort gern vergessen, jetzt aber auch schon seit fast 30 Jahren.

Bad news is good news


Natürlich ist es medial langweilig, über unsere funktionierende Sicherheit zu berichten. Auch hier gilt, nur „bad news is good news!“ Jede sich bietende Gelegenheit wird genutzt, um News zu „bad news“ zu machen. Das bringt Aufmerksamkeit und damit Einschalt-/ Auflagequoten und Follower. Ein Meister dieses Fachs ist seit ca. 2 Jahren täglich zumindest über Twitter zu „bewundern“: US-Präsident Donald Trump.

Und bei uns? Wenn in A-Dorf zwei Schüsse fallen und auch noch ein Polizist, der möglichst uniformiert ist, in der Nähe des Tatorts gesichtet wird, wird daraus mit heißer Nadel eine „weltbewegende“ Story ohne belegbare Fakten gestrickt. Diese „Botschaft“ wird dann auf allen Kanälen, mit allen Medien kommuniziert. Öffentliche-rechtliche Medien lassen sich dabei gern zu Sondersendungen im Anschluss an die Nachrichtensendungen hinreißen. Dabei erfährt man gegenüber den Informationen der Nachrichten nichts Neues, aber der Vorfall wird medial in epischer Breite ausgewalzt, so als wenn in Deutschland alle Sicherungen durchgebrannt wären.

Gesellschaft und Sicherheit: Ein Desaster


Seit Jahren werden die Bürger in Deutschland von Parteien, Organisationen und Interessenverbänden vermehrt mit Hiobsbotschaften zum Status und der Zukunft  in den Themenfeldern Klima, Alter, Gesundheit, Pflege, Bildung u.a. versorgt. Fast täglich wird eine „neue Sau durch das Dorf getrieben“.

Fakt ist Verbesserungsansprüche an unsere Rechts-, Gesellschafts- und Sozialsysteme waren immer da, sind immer da und werden auch in Zukunft nicht fehlen. Eine Gesellschaft entwickelt sich, Änderungen jedweder Art erfordern Korrekturen. Warum soll gerade jetzt dieser Anspruch auf Änderungen versiegt sein? Richtig ist auch, das Generationenproblem, also die Alterung der Gesellschaft ist nicht aufzuhalten und eine enorme Herausforderung für unsere Volkswirtschaft. Aber auch das ist keine Neuigkeit. Die Fakten sind hinlänglich bekannt. Was unverändert fehlt sind konkrete Lösungsansätze.

Das Ei des Kolumbus!


Die Nabelschau der Vergangenheit ist out, Zukunft ist morgen. Das Sicherheitsgefühl der Gesellschaft wird gestärkt durch bürgernahe Kommunikation und Diskussionen praktikabler Lösungsansätze und deren für jedermann erkennbare, zielgerichtete und spürbare Umsetzung.

Aber so schlecht kann es um die politische und gesellschaftlich-/soziale Sicherheit in Deutschland noch nicht bestellt sein. Der aktuelle Sicherheitsstatus unserer Rechts-, Gesellschafts- und Sozialsysteme reicht im Vergleich zu vielen anderen Staaten  dieser Welt immer noch aus, Kernanziehungspunkt für Menschen aus vielen Ländern dieser Welt zu sein. Das sind durchaus nicht nur Asylanten und Flüchtlinge.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Unternehmen nutzen das Thema Sicherheit seit „alters her“ zur Bindung der Mitarbeiter über die soziale Komponente, aber auch zur Erstellung und Vermarktung ihrer Produkte. Sicherheit ist mit dem Instrument „Produktpolitik“ wesentlicher Bestandteil des Marketings. Sicherheit kann produktspezifisch ein USP (unique selling proposition) sein. Als USP wird Sicherheit ein Mittelpunkt der Kommunikation des Unternehmens mit dem Markt. Das war in der Vergangenheit so und das hat sich auch im Zeitalter der Influencer nicht geändert.

Alle unternehmensspezifischen Sicherheitskriterien auf der sozialen Ebene, in der Arbeitsplatzsicherheit und der Produktgarantie sind für die Unternehmen wichtige PR-Faktoren.

Die Realität zeigt immer wieder, die kommunizierten Sicherheitsfaktoren sind nur eine Seite der Medaille, die zweite Seite der Medaille ist, kommunizierte Sicherheit muss in der Praxis immer wieder neu gelebt und nachweisbar bestätigt werden.

Fazit

Jeder Mensch oder zumindest fast jeder Mensch hat eine persönliche Vorstellung, was  Sicherheit bedeutet. Die Intensität des Empfindens oder Forderns von Sicherheit ist individuell und damit u.a. auch von der Risikobereitschaft des Individuums abhängig.

Allerdings ist es an der Zeit, die Kommunikation zu dem Themenkreis Sicherheit deutlich zu versachlichen und zu konkretisieren. Nur so wird der Bürger mit diesem Thema wieder zufriedener umgehen, weil er sich sicherer fühlt. Ex definitione: „Sicherheit ist der Zustand des Sicherseins, des Geschützseins vor Gefahren oder Schaden, des höchstmöglichen Freiseins von Gefahren!“. Höchstmöglich Freisein von Gefahren schließt 100 % Sicherheitsgarantien aus.

Wie sicher fühlst Du Dich?

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